8) Tabelle 4: Ausgewählte Parameter der Fleischqualität
sowie Fleischinhalts- stoffe von Jungbullen der
Rasse Highland unterschiedlichen Alters

Merkmal Einheit
Altersklasse der Jungbullen
    Gruppe I Gruppe II Gruppe III
Altersklasse Tage < 800 801 - 1.000 > 1.000

pH-Wert
Farbhelligkeit Minolta
Dripverlust
Grillverlust
Fondueverlust
Kochverlust


L-Wert
Ø %
Ø %
Ø %
Ø %
5,6
32,2
1,4
26,7
36,6
47,3
5,6
32,0
1,7
31,3
37,8
4,8

5,5
30,2
1,9
30,0
35,3
47,7

Zartheit/Scherkraft Æ kg

48 h. p.m.
  5,9 6,2 6,3
14 d. p.m.
  4,3 4,2 3,2
23 d. p.m.
  3,6 3,6 2,7
Fleischinhaltsstoffe
Wasser
Rohprotein
Rohfett
Rohasche
Ø %
Ø %
Ø %
Ø %
75,3
22,5
1,1
1,2

75,7
22,2
0,9
1,2

75,6
22,2
1,0
1,2


Im pH-Wert, gemessen im Musculus longissimus  48 h nach der Schlachtung, gab es keine Abweichungen, wie bereits in anderen Publikationen erwähnt. Die Werte lagen zwischen 5,6 bis 5,5.
Die Farbe, gemessen nach Minolta, CR-300, weist darauf hin, dass natürlich ein relativ dunkles Fleisch von den insgesamt relativ älteren Jungbullen erzielt wird, wobei das dunkelste Fleisch einen L-Wert von 30,2 logischer Weise auch die ältesten Tiere hatten.
Darüber hinaus wird an den Fleischqualitätsmerkmalen ersichtlich, dass die Tiere sehr langsam gewachsen sind und sehr trockenes Fleisch haben. Der Dripverlust bewegte sich zwischen 1,4 und 1,9 %. Auch der Grillverlust betrug 26,7 % bei den jüngsten Tieren, 31,3 % bei der Gruppe 2 und 30 % bei der Gruppe 3.
Im Fondueverlust wurden ebenfalls wenig Unterschiede festgestellt. Hier bewegten sich die Werte im Bereich von 35,3 – 37,8 %. Der Kochverlust weist Werte von 47,3 – 48 % auf.
In allen Qualitätsparametern hatten die Jungbullen Werte, ihrem Gebrauchswert entsprechend, im positiven Bereich.
Aufgrund der dunklen Farbe, des geringen Fettgehaltes und Trockenheit des Fleisches wurden in vielen Zuchten Österreichs ein großer Teil des Highlandfleisches zu Bündnerfleisch verarbeitet, ein an der Luft getrocknetes sehr festes Fleisch mit dunkler Farbe, das an feste Bauernschinken erinnert, nur nahezu ohne Fett .
Interessant dürften die Ergebnisse zur Verbesserung des Genusswertes und durch Verbesserung der Zartheit gemessen mit der Scherkraft 48 h p.m., 14 Tage und 21 Tage Reifung sein.
Logischerweise war das frische Fleisch mit 48 h nach der Schlachtung im Bereich von 5,9 – 6,3 am zähesten. Bereits nach 14 Tagen Reifung wurden hier Werte von 4,3 – 3,2 erzielt. Ein Wert unter 4,0 ist nach der Feststellung der Bundesforschungsanstalt für Fleisch in Kulmbach gut, die Variation jedoch noch groß. Ab 21 Tagen wurden hervorragende Werte erzielt, wobei sogar die ältesten Tiere jeweils nach Länge der Reifung die besten Werte aufwiesen.
Bezüglich der Inhaltsstoffe konnten zwischen den Altersgruppen keine großen Unterschiede festgestellt werden. Der Rohproteingehalt bewegte sich im hervorragenden Bereich bei allen drei Gruppen von 22,2 – 22,5 % und der Fettgehalt, ebenfalls im Musculus longissimus dorsi gemessen, im Bereich von 0,9 – 1,1 %.
Eine Teilzusammenfassung kann dahingehend gestaltet werden, dass auch bei langsam gewachsenen Highland-Jungbullen, die zum Schlachtzeitpunkt teilweise älter als drei Jahre sind, hervorragende Schlachtkörper mit sehr trockenem, eiweißreichem und fettarmem Fleisch zur Schlachtung kommen. Wichtig ist die Reifung, die nach 14 Tagen bereits Werte im Bereich unter 4 kg Scherkraft aufwies. Mit 21 Tagen Reifung ist der Produzent jedoch beim Verkauf  auf der sicheren Seite. Zu beachten dabei ist jedoch die Tatsache, dass natürlich ein Lagerungsverlust einzuplanen ist. Vermarkten wir Fleisch frisch, so haben wir in der Regel einen Kühlverlust, wie schon erwähnt, von etwa 1,2 – 1,9 %  bis maximal 2 %.
Durch die Reifung ist der eintretende Lagerungsverlust bis 14 Tage mit 3,1 – 3,3 % und bis 21 Tage mit 3,6 – 4 % einzuordnen. Damit sind diese Werte im Vergleich zu anderen Jungmastrindern, die jünger sind und nach intensiver Mast zur Schlachtung kommen, wesentlich günstiger.
Auch im Grillverlust konnte  zwischen einer Reifung des Fleisches nach 14 Tagen bis 21 Tagen kein wesentlicher Unterschied festgestellt werden. In allen drei Gruppen wurde nach Reifung von 14 Tagen oder drei Wochen ein relativ geringerer Grillverlust von 28 – etwa 30 % erzielt.

Einfluss des Gewichtes zur Schlachtung auf Schlachtkörperwert und Fleischqualität bei Highland-Jungbullen
Um auch zum Gewicht zum Zeitpunkt der Schlachtung auf die nachfolgenden Leistungsmerkmale und Qualitätsparameter Aussagen treffen zu können, wurden Jungbullen untergliedert in Gewichtsklassen von 350 – 450 kg, 450 –550 kg und 550 – 650 kg (Tabelle 5). Im Mittel hatten die Tiere in diesen drei Gewichtsklassen 415 kg, 499 kg und 579 kg Endgewicht. Analog war auch das Schlachtalter natürlich differenziert, obwohl es zwischen der Gruppe 1 und 2 nur 8 Tage Differenz gab.
Die Lebenstageszunahmen bewegten sich in diesen Gewichtsklassen von 472 g bei den leichtesten und 468 bzw. 562 g bei den schwereren Tieren.
Die Schlachtausbeuten waren bei Tieren mit Gewichten von 500 kg und darüber sehr positiv mit 58,4 bzw. 57,5 %. Die leichten Tiere hingegen bewegten sich im Bereich von 53,3 %. Analog dazu sind natürlich auch die Zweihälftenwarmgewichte zu verzeichnen, die zwischen 222 kg und 332 kg schwanken. Daraus ergeben sich Nettozunahmen, das heißt die Zunahme an Schlachtgewicht pro Lebenstag von 275 g bei den leichtesten, 351 g bei der Gruppe im Bereich von 500 kg und 332 bei den schwersten Tieren.
Der Kühlverlust war nicht ganz gerichtet. Er bewegte sich hier nach Schlachtgewichtsklassen zwischen 1,8 und 2,8 %. Als Basis für alle weiteren Schlachtkörperwerte sowie Qualitätsparameter wurde ein Zweihälftenkaltgewicht von 216 – 325 kg erreicht.

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