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Tabelle 6: Ausgewählte Parameter der Fleischqualität von Jungbullen
der Rasse Highland unterschiedlicher Schlachtgewichte
| Merkmal |
Einheit |
Altersklasse
der Jungbullen |
| |
|
Gruppe
I |
Gruppe
II |
Gruppe
III |
| Altersklasse |
Tage |
<
800 |
801
- 1.000 |
>
1.000 |
| pH-Wert
Farbhelligkeit Minolta
Dripverlust
Grillverlust
Fondueverlust
Kochverlust
|
L-Wert
Ø %
Ø %
Ø %
Ø % |
5,6
32,3
1,4
29,7
37,1
47,8 |
5,6
31,7
1,5
30,0
36,3
48,0 |
5,6
30,8
2,0
28,6
36,7
47,3 |
| Zartheit/Scherkraft
Æ kg |
| 48
h. p.m. |
|
5,9 |
6,5 |
5,8 |
| 14
d. p.m. |
|
3,8 |
4,5 |
3,6 |
| 21
d. p.m. |
|
3,6 |
3,4 |
3,2 |
| Fleischinhaltsstoffe |
Wasser
Rohprotein
Rohfett
Rohasche
|
Ø %
Ø %
Ø %
Ø % |
76,1
22,0
0,7
1,2 |
75,6
22,0
1,2
1,1 |
75,1
22,6
1,2
1,2 |
Die Farbhelligkeit war auch wiederum hier bei den leichtesten Tieren
32,3 im L-Wert, nach Minolta CR 300 gemessen, am höchsten, obwohl
insgesamt ein relativ dunkles Fleisch bei den Jungbullen aller Gewichtsklassen
zu verzeichnen war.
Der Dripverlust war interessanterweise bei allen drei Gruppen sehr
niedrig. Er bewegte sich zwischen 1,4 % bis 2 %, wobei er bei den
leichtesten Bullen am geringsten war. Auch im Grillverlust, Fondueverlust
und Kochverlust gab es zwischen diesen Gewichtsklassen wenig gerichtete
Werte. Die Gruppen hatten im Grillverlust Werte von 28,6 bis 30
%, im Fondueverlust von 36,3 bis 37,1 % und im Kochverlust 37,3
bis 48 %, insgesamt ein relativ trockenes, gut zu verarbeitendes
Fleisch.
In der Scherkraft waren gleichfalls keine gerichteten Werte bezüglich
der Gewichtsklassen festzustellen. Bei allen drei Gruppen wurden
48 h nach der Schlachtung Werte von 5,8 bis 6,5, welche ungenügend
sind (aber lange nicht so hoch wie bei anderen Fleischrinderrassen),
jedoch nach 14 Tagen Reife bereits Werte bei und unter 4 kg lagen,
festgestellt, was als zart und positiv zu verzeichnen ist. Nach
21 Tagen wurde die Zartheit, gemessen in der Scherkraft, von 3,2
bis 3,6 in allen drei Gewichtsklassen erzielt. Dieser Wert ist sehr
positiv und garantiert einen hohen Genusswert.
Auch in den Fleischinhaltsstoffen konnte zwischen den einzelnen
Gewichtsklassen zur Schlachtung keine großen Unterschiede festgestellt
werden. Der Rohproteingehalt bewegte sich zwischen 22 und 22,6 %.
Der Fettgehalt betrug intramuskulär im Musculus longissimus dorsi
von 0,7 bis 1,2 %. Er war bei den leichtesten Tieren von 0,7 am
geringsten. Allerdings war der Rohproteingehalt bei den schwersten
Tieren mit 22,6 % um 0,6 % höher. Diese geringen Differenzen sind
jedoch als unbedeutend zu werten.
Die Gegenüberstellung der Zartheit, gemessen mit der Scherkraft,
erbrachte keine wesentlichen Unterschiede. Der Lagerungsverlust
war relativ gering. Er betrug nach 14 Tagen Reifung 3,2 –
3,4 % und nach 21 Tagen 3,4 – 4,6 %. Er war interessanterweise
bei den schwersten Tieren am geringsten.
Auch im Grillverlust konnten keine wesentlichen Unterschiede des
Fleisches der Gewichtsklassen bezüglich Lagerungszeit und Reife
festgestellt werden.
Der Grillverlust nach 14 Tagen Reifung bewegte sich zwischen 28,5
und 29,2 % und nach 21 Tagen Reifung von 27,1 – 31,3 %.
Anhand der Untersuchungen bezüglich des Alters und des Schlachtgewichtes
erscheint ein Schlachtgewicht um 500 kg, einer guten Entwicklung
der Jungbullen entsprechend der Rasse, als optimal für das Highlandrind
in der Kategorie Jungbulle zu sein. Es sollte jedoch jeder Züchter
darauf achten, dass es auch innerhalb der Highlands Unterschiede
gibt. Der Wachstumsverlauf der einzelnen Tiere ist sehr unterschiedlich.
Bezüglich der Voraussetzung für eine hervorragende Schlachtkörper-
und Fleischqualität gilt ganz besonders das persönliche Können und
das alte Sprichwort „Die Augen des Herrn machen das Vieh fett“.
Die Erfahrungen zeigen auch, welche Wachstumsintensität, welches
Endgewicht für das einzelne Tier und welche Qualitätsparameter daraus
zu erzielen sind.
Zusammenfassung
Im Bundesverband der Deutschen Fleischrindzüchter werden heute 36
Rassen betreut. Die Schwerpunkte der Zucht, Haltung und Produktion
liegen in der Regel bei der Grünlandnutzung und Qualitätsfleischerzeugung
mit intensiven, mittelintensiven Fleischrinderrassen sowie rahmigen
Robustrinderrassen oder in der Landschaftspflege mit kleinrahmigen
angepassten Robustrindern wie z.B. Highlands und Galloways. Letztere
wurden bisher in erster Linie in kleinen Zuchtgruppen gehalten.
Der Herdbuchtieranteil war hoch und der Zuchttierhandel spielte
eine große Rolle.
Heute müssen auch Fleischrindzüchter der Robustrassen stärker über
die Rindfleischerzeugung und Vermarktung nachdenken bzw. optimale
Endgewichte bei guter Fleischqualität erzeugen. Die Vermarktung,
bei der z.Zt. geltenden Einstufung und Bezahlung, kann nur über
die Direktvermarktung erfolgen.
Das Rindfleisch muss mit bester Qualität und hohem Genusswert angeboten
werden.
Einige erste Ergebnisse von Jungbullen der Rasse Highland liegen
im Beitrag vor und schließen vorhandene Lücken. Bei Vorliegen der
Ergebnisse auch anderer Kategorien werden diese ergänzt.
Die Jungbullen liefern ein sehr fettarmes und eiweißreiches Fleisch.
Es ist sehr langsam gewachsen, und da die Ernährung der Tiere nahezu
ausnahmslos mit grob maximal Weidefutter erfolgte, ist mit einem
guten Aroma und günstigem Fettsäuremuster zu rechnen, wie aus anderen
Untersuchungen hervorgeht.
Die Tiere werden entsprechend der Rasse, der Futterbasis und somit
des Zuwachses relativ alt und das Fleisch ist etwas zäh. Durch Reifung
nach 14 Tagen ist es besser, nach 3 Wochen wird die Zartheit
stark verbessert und der Genusswert erhöht. Je nach Alter der Tiere,
Ausmästungsgrad und Kategorie sollte eine Reifung von Highlands
14 Tage bis 3 Wochen betragen. Somit wird den Kunden nicht nur ein
wertvolles Fleisch bezüglich Image, sondern auch mit hohem Genusswert
präsentiert.
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