1) Ausgangssituation
Im Bundesverband der Deutschen Fleischrindzüchter und -halter e.V. (BDF) werden gegenwärtig 36 Rassen geführt. Die Fleischrinderrassen werden hier in großwüchsige Wiegerassen, Wiegerassen im mittleren Rahmen sowie mittel- bis großrahmige Robustrassen, die zu den Wiegerassen zählen, sowie Nicht-Wiegerassen eingeteilt.
Zu den Nicht-Wiegerassen zählen kleinrahmige Robustrassen, wie Dexter, Fjällrinder, Galloway und Highland und Zeburassen sowie Kreuzungsrassen wie Zwergzebu, Brangus und Brahman z.B..
Von allen Wiegerassen werden heute die Ergebnisse in den Landesverbänden ermittelt und zentral im Rechenzentrum Verden verrechnet. Damit ist ein wesentlicher Unterschied zwischen den Rassen gegeben. Darüber hinaus werden nach der Nutzung der Tiere die Zuchtziele unterschiedlich gewichtet. Bei den groß- und mittelrahmigen Fleischrinderrassen wird für die tägliche Zunahme und Bemuskelung der Wichtungsfaktor 4 angesetzt und für die Merkmale Typ und Skelett ein Wichtungsfaktor 2. Bei den Robustrassen, die oft kleinrahmig sind und deren Hauptaufgabe die Landschaftspflege ist, und dies auf z. T. extremen bzw. sehr extensiven Standorten, werden der Typ mit dem Faktor 4, das Skelett und die Bemuskelung mit 3 und die Zunahmen mit 2 gewichtet.
Ein weiterer Unterschied besteht im Anteil Herdbuchtiere innerhalb der Rassen. Intensive und mittelintensive Rassen, die zur Grünlandnutzung, aber schwerpunktmäßig zur Rindfleischerzeugung sowohl in Reinzucht und stark als Kreuzungspartner in Kreuzungszucht Verwendung finden, haben Herdbuchanteile um 12 %, z.T. 10 - 15 %. Dieses kann als ausreichend bezeichnet werden. Der hohe Aufwand für die Zuchtarbeit im Herdbuch muss sich lohnen, und die Möglichkeit, ein bestimmtes Maß an Zuchttieren verkaufen zu können, sollte gegeben sein.
Bei den Robustrinderrassen, im Besonderen Highlands und Galloway, betrug der Herdbuchtieranteil oft das 7- bis 8-fache der Intensivrassen. Die Tiere wurden in der Regel in kleinen Zuchtgruppen gehalten. Der Zuchttierhandel und Verkauf war eine bedeutende Größe für das wirtschaftliche Ergebnis. Nun ist auch hier der Markt an Zuchttieren stark zurückgegangen und die Fleischerzeugung und Vermarktung, beides auf einer besonderen Qualitätsschiene, spielt eine zunehmend größere Rolle.

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