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Extensiv mit "high - tech"
Es werden über die
Haltungsformen des Hochlandrindes immer wieder sehr emotionale und
auch belustigende Diskussionen geführt. Man hört extensive Haltung sei
das „Non plus Ultra“. Das Zweite Lager tritt für Intensität ein bis
hin zur täglichen zeitintensiven Einzelfütterung wie es auch bei den
Milchkühen erfolgt.
Grundsätzlich muss es jedem
selbst überlassen bleiben wie er für sich die ideale Haltungsform
sieht, und wie viel Zeit der jeweilige Züchter für seine Tiere
aufbringen will oder auch beruflich bedingt aufbringen kann.
In meinem Fall, ich bin
Baumeister und Geschäftsführer mehrerer Firmen, ist der Faktor Zeit
ein großes Thema. Durch geschäftliche Termine, die sehr oft
kurzfristig wahrzunehmen sind, ist es mir oft schwer möglich
regelmäßig nach meinen Tieren zu sehen. Da ich die Tiere alleine,
selbst und ohne fremde Hilfe (bis auf das weibliche Jungtier SAP
Ultima, welche von meinem Vater, 84 Jahre alt verwöhnt wird) versorge,
mußte ich den Wochenablauf dementsprechend organisieren und baulich
auch so ausrichten.
Die Fütterungseinrichtungen
funktionieren mittels Futterraufen, speziell für Jungtiere besser
geeignet und umgebaut, schon Jahre lang perfekt. Die Futtermenge
reicht für die ganze Arbeitswoche aus und es stehen wahlweise 2 bis 3
Futterraufen zur Verfügung. Somit reicht das Wochenende zum
Nachfüttern und für sonstige Arbeiten wie Ausmisten des Unterstandes
völlig aus.
Jetzt, während der
Winterjahreszeit ist es auf Grund der Dunkelheit in der Früh (ich
fahre um 5 Uhr in der Früh in meine Firma) und der rasch eintretenden
Abenddämmerung ein Problem zu kontrollieren wo die Tiere gerade
verweilen. Erschwerend wird die Kontrolle weiters wegen der abseitigen
Lage des Hofes zu meinem Wohnhaus.
Als Bauunternehmer hat man
auch dafür schnell eine Lösung!
Der ganze Hofbereich und ein
Großteil der Weideflächen kann von mir jetzt jederzeit mittels
etlichen Videokameras eingesehen werden. Dies zu jeder Tag- und
Nachtzeit, da die Kameras auch mit Infraroteinrichtungen versehen
sind.

Ob 4 Uhr 30 zu Tisch beim
Frühstück, im Büro oder unterwegs können die Tiere daheim über den
Monitor oder mittels Laptop und Internet beobachtet werden.
Dieser Vorteil gibt ein
beruhigendes Gefühl, da ich die Tiere jederzeit „ins Auge“ fassen kann
und alle Ereignisse „live“ sehe. Nützliche Funktionen wie einen
Zeitraffer-Schnellauf und die Aufzeichnung und Speicherung der Daten
über viele Tage helfen mir zusätzlich den Tagesablauf und sogar
Wochenablauf nach verfolgen und (wichtig!) überprüfen zu können.

Durch Situierung einer Kamera
in der „Abkalbebox“ ist auch der Geburtsverlauf genau zu beobachten
und man kann bei Bedarf einschreiten.
Da die Geburten in den
allermeisten Fällen unproblematisch, also ganz von alleine verlaufen
bleiben dem Tier somit auch die Anwesenheit und die neugierigen Blicke
des Landwirtes erspart. Ein natürlicheres und somit stressfreieres
Umfeld entsteht!

Auch wenn Kühe besamt werden
sollen kann mit Hilfe der Videoanlage und den Aufzeichnungen der
Brunftverlauf genau dokumentiert werden. Ein Besamen der Kühe ist
somit ein Kinderspiel. Der Tierarzt sieht einen zwar verdutzt an wenn
er das Brunftverhalten in Minuten angegeben bekommt, aber das ist ja
eine andere Sache.
Aktuell bekamen wir die
Anfrage, ob wir unsere Tiere und die Beobachtungsmöglichkeiten für
eine Vet-Doktorarbeit zur
Verfügung stellen würden.

Für den enormen Aufwand,
elektronischer Teil mit Kameras und Flachbildschirmen im Wohnhaus
sowie auch die Verlegung von 580 m Erdkabel besteht sicherlich für
viele wenig Verständnis, aber für mich ist das die einzige Möglichkeit
selbst die Bewirtschaftung des Hofes durchzuführen.
Für mich ist diese Art von
„Controlling“ sicher zuverlässiger und auf längere Sicht auch billiger
als jemanden dafür anzustellen.....
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